KÖLNER KÖPFE K Ostermann-Plakette am Neumarkt © Wikimedia Commons, Lizenz CC0 1.0 Heuser nahm den Titel „Wenn einer jett om Hätze hät“ im Studio neu auf und interpretierte ihn musikalisch neu. Das Original stammt aus dem Jahr 1934 und wurde damals erstmals im Kölner Stadt-Anzeiger veröffentlicht. Für Heuser ist die Neuinterpretation auch eine Hommage an einen der wichtigsten Liedermacher der Stadt. Gleichzeitig zeigt die neue Version, dass Ostermanns Texte und Melodien auch nach mehr als hundert Jahren nichts von ihrer Wirkung verloren haben. Ein Vermächtnis, das bleibt Willi Ostermann starb am 6. August 1936 in Köln. Seine Beerdigung wurde zu einem der größten Trauerzüge der Stadtgeschichte. Tausende Menschen begleiteten ihn auf seinem letzten Weg. Eine besondere Bedeutung erhielt das Lied „Heimweh nach Köln“ bei Ostermanns Beerdigung im Jahr 1936. Während des Trauerzuges durch Köln wurde der Refrain erstmals öffentlich gesungen. Der Schriftsteller Artur Joseph beschrieb diese besondere Rolle später so: » Ostermann ist ein echt kölscher Volkssänger, der seinen Landsleuten Jahr für Jahr neue Lieder bescherte.« Seine Lieder erzählen damit nicht nur musikalische Geschichten. Sie sind auch kleine Zeitdokumente aus dem Köln der frühen Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Neue Töne im Jubiläumsjahr Dass Ostermanns Musik bis heute lebendig geblieben ist, zeigt auch das Jubiläumsjahr 2026. Der Kölner Musiker Björn Heuser hat zu diesem Anlass ein Lied Ostermanns neu vertont. Und sein Werk lebt weiter. Noch heute werden seine Lieder im Karneval gesungen, von Chören aufgeführt und bei zahlreichen Veranstaltungen gespielt. In Köln erinnern Denkmäler und Gedenkorte an den großen Liederdichter. 150 Jahre nach seiner Geburt steht fest, dass Willi Ostermann weit mehr hinterlassen hat als nur populäre Melodien. Seine Lieder bewahren ein Stück kölscher Identität und erzählen von einer Stadt, die ihre Traditionen bis heute pflegt. Oder, wie es in einem seiner bekanntesten Texte heißt: » En Köln am Rhing ben ich gebore, ich han - un dat litt mir em Senn - ming Muttersproch noch nit verlore, dat eß jet, wo ich stolz drop ben.« Damit bleibt Ostermann eine Stimme Kölns, deren Klang auch nach anderthalb Jahrhunderten noch zu hören ist. Claudia Schlickeiser 18 KLAAF KÖLNER KÖPFE
SK STIFTUNG KULTUR Die SK Stiftung Kultur 1990-2005 50 Jahre Foto: Stiftungsarchiv KOMED Gebäude, 1996 Neues Denken, neue Räume TEIL ZWEI Spätestens mit der Schließung des alten „City-Treff-Cafés“ am Rudolfplatz 1991 verlegte sich das Wirken unserer Stiftung auf neue Themen, Veranstaltungsformate und Orte. Ein Meilenstein in der Geschichte war 1992 der Erwerb des künstlerischen Nachlasses von August Sander (1876-1964). Der damaligen Stadtsparkasse Köln war es damit gelungen, das Erbe des berühmten, lange in der Domstadt wirkenden Photographen für Köln und Deutschland zu sichern und zu verhindern, dass dieses Konvolut etwa in die USA abwanderte. Der Photograph war bereits zu Lebzeiten in Amerika berühmter als in seinem Heimatland. Dort setzte die Emanzipation der Photographie als eigenständige Gattung innerhalb der bildenden Künste viel früher ein als in Europa. Bereits 1955 waren Werkgruppen von August Sander in der Ausstellung „The Family of Man“ im MoMA New York und an weiteren Sta - tionen vertreten. Gemeinsam mit der ebenfalls angekauften Sammlung der Deutschen Gesellschaft für Photographie war der Grundstein für die Photographische Sammlung gelegt. August Sander: Photograph [August Sander], 1925 © Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur - August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn, 2026
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